Grundschule Altena
Grundschule Altena

Sprachförderkonzept

 

Sprachförderkonzept an der GGS Altena

Stand April 2018

 

 

 

SPRACHE, in gesprochener und schriftlicher Form, ist nicht nur zentrales Mittel der Verständigung und Kommunikation, sie beeinflusst auch nachhaltig unsere Lernfähigkeiten, sowie unsere Bildungs- und Sozialisationsprozesse.

 

Bei Kindern mit unzureichender, nicht altersgemäßer Sprachentwicklung und eingeschränkter Kommunikationsfähigkeit, setzt die Sprachförderung an unserer Schule an.

 

BEGRÜNDUNG DES KONZEPTES

 

Auf der Grundlage der schulinternen Leitlinien für ein inklusives Schulkonzept an der GGS Altena, soll inklusives Lernen in Schule und Unterricht in größtmöglichem Maße realisiert werden.

Die Anzahl der Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf nimmt eine immer größere Rolle ein. Die Anzahl der Kinder mit festgestelltem, aber auch vermuteten Sprachförderbedarf, nimmt dabei an der GGS Altena stetig zu. So benötigt ein Großteil unserer Schulkinder, mit und ohne Migrationshintergrund, eine zusätzliche Förderung der deutschen Sprachkenntnisse und -fertigkeiten, um eine Chance auf Erreichen der Unterrichtsziele zu erhalten.

 

ZIELE DES KONZEPTES

 

Durch die Sprachförderung sollen unsere Schüler in mündlichen und schriftlichen Bereichen sprachlich altersgemäß handeln können. Dazu werden die Sprachkompetenzen, je nach individuellen Bedürfnissen, auf den verschiedenen sprachlichen Ebenen gefördert. Auf diese Weise sollen die Schüler sprachliche Mittel erwerben, um ihnen einen ihren Fähigkeiten entsprechenden Schul-/Bildungsweg und eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

 

SPRACHFÖRDERKINDER

 

Sprachförderung sollen zum einen Kinder mit festgestelltem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf im Bereich Sprache erhalten, aber auch Kinder mit vermutetem zusätzlichem sprachlichen Förderbedarf durch entsprechende Einschätzung der Klassen- bzw. Fachlehrer. In diesem Falle kann eine Sprachförderung jedoch nur ausschließlich mit schriftlicher Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten erfolgen.

 

Des weiteren besteht die Möglichkeit, Schüler mit einer extern festgestellten Lese-Rechtschreibschwäche oder Legasthenie zu fördern.                                                

 

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SPRACHFÖRDERKRAFT

 

Die Sprachförderung der GGS Altena erfolgt durch eine, dem Lehrerkollegium angehörige, staatlich anerkannte Logopädin und dipl.Legasthenietrainerin (EÖDL).

 

AUFGABEN DER SPRACHFÖRDERKRAFT

 

  • Feststellung des Sprachstandes des Kindes und des Förderbedarfs u.a. durch Beobachtung, diagnostische Verfahren, Gespräche, Auswertung von Berichten

  • Förderdokumentation und Erstellen von Berichten

  • Festlegung und Anpassung von Lern- und Entwicklungszielen im Rahmen eines individuellen, schriftlichen Förderplanes in gemeinsamer Verantwortung mit der Klassenlehrkraft, sowie mit sonderpädagogischen und sozialpädagogischen Fachkräften

  • individuelle, an den Sprachkompetenzen des Kindes orientierte Einzel-/Kleingruppenförderung

  • die Einzel-/Kleingruppenförderung orientiert sich zudem, nach Möglichkeit, an aktuellen Inhalten des jeweiligen Klassenunterrichtes

  • regelmäßiger fachlicher Austausch und stetige Zusammenarbeit und Abstimmung mit den Klassenlehrkräften und der Schule angehörigen Sonder- und Sozialpädagogen

  • Beratung der Klassenlehrkräfte hinsichtlich sprachförderndem Verhalten im Unterricht

  • Kooperation bzw. interdisziplinärer Austausch mit anderen Institutionen (Psychologen, Ergotherapeuten, Jugendamt, etc.)

  • ggf. Empfehlung und Weiterleitung des Kindes zwecks weiterführender (medizinischer) Diagnostik (SPZ, Kinder-/HNO-Ärzte, Psychologen)

  • Durchführung von Elterngesprächen im Form von Gesprächen in der Schule oder Telefonaten

  • Elternberatung bei anstehenden Fragen und ggf. Anleitung hinsichtlich häuslicher Unterstützung

  • Teilnahme an Elternsprechtagen

  • Sicherstellung der sprachlichen Fachkompetenz durch Teilnahme an Fortbildungen

  • Evaluieren und innovieren

     

    FÖRDERORT UND FÖRDERFREQUENZ

     

    Um den Sprachförderkindern, die nicht selten an Konzentrationsschwierigkeiten leiden, feste Strukturen und Stabilität zu geben, sollte die Sprachförderung möglichst in einem festen Raum im Schulgebäude stattfinden. So kann die Sprachförderkraft zudem gezielt und spontan auf individuell benötigtes Übungsmaterial zurückgreifen.

    In Einzelfällen kann die Sprachförderung zum einen unterstützend im Klassenunterricht stattfinden, sollte überwiegend jedoch in Einzel-/Individual- bzw. Kleingruppenförderung im entsprechenden Förderraum stattfinden.

     

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    Der zeitliche Rahmen bezüglich Häufigkeit und Dauer der Förderung, orientiert sich an den Ressourcen und den individuellen Bedürfnissen des/der Schüler, sowie an den klassen- und unterrichtsabhängigen organisatorischen Begebenheiten. Um jedoch eine effektive Förderung zu gewährleisten, ist diese in regelmäßigen Abständen, möglichst mehrmals wöchentlich, empfehlenswert.

     

    INHALTE / SCHWERPUNKTE DER SPRACHFÖRDERUNG

     

    Abhängig von den sprachlichen Fähig- und Fertigkeiten des einzelnen Schülers, bzw. seines individuellen Förderbedarfs, hat die Sprachförderung an unserer Schule die Möglichkeit, auf einer, mehreren oder auf allen sprachlichen Ebenen anzusetzen:

     

    Pragmatik und Kommunikation:

    - Die Kinder sollen Sprache situationsadäquat einsetzen können und so zum einen Gedanken, Gefühle und Erlebnisse auszudrücken, zum anderen sprachlich handeln können.

     

    Lexikon und Semantik:

    - Der aktive Wortschatz sollte soweit gefördert und erweitert werden, dass die Schüler Wörter und Begriffe , die sie im (Schul-)Alltag benötigen, kennen lernen. Zudem sollte das passive Sprachverständnis für Wortbedeutungen, Ausdrücke und Begriffe soweit gefördert werden, dass das Folgen des Unterrichts in ausreichendem Maße möglich ist.

     

    Phonetik und Phonologie:

    - Die Schüler sollten in der Sprachförderung lernen, deutsche Laute und Wörter korrekt zu artikulieren* und  ein phonologisches Bewusstsein für Sprachmelodie und Sprachrhythmus gewinnen, Laute erkennen und heraushören können, Reime erkennen und bilden können, Wörter in Silben zerlegen können und wiederum Wörter aus Silben zusammensetzen können. Darüber hinaus sollten sie Nomina Komposita bilden können.

     

    Förderung der (intra-) oralen Wahrnehmung und Steigerung der Bewegungsfähigkeiten, sowie das Schaffen eines Muskelgleichgewichts aller an der Artikulation beteiligten Muskeln als Voraussetzung für eine korrekte Artikulation

     

    Syntax und Morphologie:

    - Hier sollten die Kinder im Bereich Satzbau, aber auch im Gebrauch der Artikel, der Präpositionen, des Kasus und Tempus, sowie hinsichtlich der Singular-/Pluralbildung, sowie der Verbkonjugationen gefördert werden, sodass sie in der Lage sind, diese im Alltag sicher einzusetzen.

     

    Zudem spielen die auditive Wahrnehmung und Verarbeitung beim Spracherwerb eine zentrale Rolle und nehmen mit ihren Teilbereichen eine deutlichen Schwerpunkt im Rahmen der Sprachförderung ein:

     

     

     

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     Auditive Wahrnehmung:

  • auditive Aufmerksamkeit

  • auditive Analyse im Sinne des Erkennens der Anzahl und der Unterscheidung und Positionsbestimmung eines Geräusches oder Lautes

  • auditive Synthese (Fähigkeit, Einzellaute zu Wörtern zusammenzuziehen)

  • auditive Ergänzung (unvollständige Lautkombinationen ergänzen)

  • auditive Kurzzeitspeicherung von Geräuschen, Tönen, Silben, Wörtern, Sätzen und Zahlen

  • auditive Sequenzierung (Reproduktion des Gehörten in korrekter Reihenfolge

  •  

  • Auditive Verarbeitung:

  • Differenzierung von Hörereignissen

  • Selektion (Nutz-Störschall-Filterung)

  • dichtotisches Hören (Hören und Verstehen von gleichzeitig dargebotenen, aber seitenunterschiedlichen Hörsignalen)

  • < >

    Feststellung der Hörfähigkeit im organisch-anatomischen Sinne in Form eines Tonaudiogrammes und diversen anderen zur Verfügung stehenden audiometrischen Tests durch einen HNO-Arzt und/oder eine pädaudiologische Untersuchung (die Sprachförderkraft kann diesbezüglich beratend fungieren)

     

    Als weitere Förderbausteine können die folgenden schriftsprachbegleitenden Fähigkeiten im Rahmen der Sprachförderung unterstützt werden:

  • < > (Verschriften von Lauten)< > (Lesen von Buchstaben),sowie in diesem Zusammenhang das Verschriften und Lesen von

     

  • Konsonantenverbindungen (st, kl, br,...) und

  • Buchstabenkombinationen , die als Einzellaut hörbar sind

  • (sch, ch, [?] wie in Finger)

     

    Ebenso können gezielte Übungen zum Schreiben und Lesen, abhängig vom Leistungsstand der Schüler, die Inhalte der Sprachförderung komplettieren.

    Diese sollten sich zudem sowohl an der Alltagsrelevanz, als auch am jeweiligen aktuellen Unterrichtsschwerpunkt thematisch orientieren.

     

    FÖRDERMATERIAL

     

    Zu allen o.g. Förderschwerpunkten und -inhalten stehen der GGS Altena geeignete Materialien zur Verfügung.

    So können sowohl Unterrichtsmaterialien wie Lehrbücher, Hilfsmaterialien und Hausaufgaben benutzt werden, als auch Materialien aus dem sprachtherapeutischen / -fördernden, bzw. leserechtschreibfördernden Bereich verwendet werden. Hier können Realgegenstände, Bildmaterial, Wortkarten, Bücher, Texte, spezielle Lernspiele und -programme (auch am PC), aber auch Materialien aus dem motorischen Bereich wie Bälle, Reifen oder die Nutzung der Turnhalle, falls ggf. der Platz für entsprechende Bewegungsmöglichkeiten benötigt wird, zur Anwendung kommen.                                                                    

     

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