Grundschule Altena
Grundschule Altena

Herzlich Willkommen bei den "Schul-News"

 

Im Rahmen der AG "Schülerzeitung online" möchten wir für euch Geschichten, Interviews und viele interessante Neuigkeiten über unsere Schule hier veröffentlichen. Das ist unsere Redaktion:

 

Wenn ihr Fragen oder Ideen habt oder eigene Bilder und Geschichten veröffentlichen möchtet, könnt ihr euch an die Redaktion oder Frau Held wenden!

Unsere neue Ausgabe der Schul-News

Das Aquarium im Kleiderschrank

Unsere Redaktion hatte prominenten Besuch! Für ein sehr persönliches und informatives Gespräch besuchte uns der Bürgermeister!

In unserem Gespräch erzählte uns Hr. Dr. Andreas Hollstein viele Dinge, die sicher nicht oft in Interviews mit ihm zu erfahren sind!

( Von Lucy und Matilda)

 

Wir bedanken uns sehr, dass Sie uns in unserer Redaktion besuchen. Das ist ein besonderes Ereignis für uns.

Wie kam es dazu, dass Sie Bürgermeister geworden sind?

Es gibt da die Geschichte vom Poesiealbum einer früheren Mitschülerin von mir. Das ist jetzt 36 Jahre her. Ich habe damals in das Album als Berufswunsch „Stadtdirektor“ eingetragen. Sie hat es mir später sogar noch einmal gezeigt. Eigentlich wollte ich auch mal Lehrer werden. Als ich früher selbst als Schülersprecher aktiv war, hat sich damals in Altena ganz viel verändert. Viele Gebäude wurden abgerissen und das fand ich ganz schrecklich. Ich dachte es ist wichtig, sich auch politisch einzusetzen. Auf einem Schützenfest in Altena, damals muss ich 27 Jahre gewesen sein, forderte ein Freund mich auf, wieder mehr Politik zu machen.

Ich bin dann als sachkundiger Bürger in den Sportausschuss der Stadt Altena gegangen. Die CDU hat mich dann als Bürgermeisterkandidat vorgeschlagen. Ich habe das damals ganz knapp nicht geschafft. 5 Jahre später, 1999 hat es dann geklappt und seitdem bin ich Bürgermeister.

 

Was haben Sie nach Ihrer Schulzeit gemacht?

Wie gesagt, ich wollte Lehrer werden für Wirtschaftswissenschaften und Geschichte.  Aber damals war das mit diesen Fächern aussichtslos. Ich hätte keine Stelle gefunden. Ich habe mich dann an einer Uni beworben und wollte Jura studieren. Ehrlich gesagt nur, weil meine beiden Cousins, die beide Juristen waren, gesagt haben: Mach das nicht! Das dauert lange, ist langweilig und die Chancen auf einen guten Beruf sind schlecht.

Ich habe mir dann gedacht: Wenn das so ist, warum haben die das dann gemacht? Und dann hatte ich ein bisschen einen Trotzkopf. Nach der Bundeswehr habe ich dann einen Studienplatz in Bonn bekommen. Es ist ein langes und nicht einfaches Studium gewesen, aber es war gut.   

 

                       

Wie kommen Sie mit Ihren Mitarbeitern klar?

Das ist wie immer im Leben. So wie bei euch in der Klasse bestimmt auch. Es gibt ein paar, mit denen kommt man sehr gut klar, es gibt viele, mit denen kommt man gut klar, und es gibt einige wenige, mit denen möchte man gar nicht so viel zu tun haben. Aber als Chef muss ich mich natürlich trotzdem gut kümmern. Es gibt überall nette Menschen, sehr nette Menschen und  es gibt auch welche, die einem nicht so liegen.  

Viele jüngere Kinder denken vielleicht, ein Bürgermeister ist dazu da, die Steuern einzutreiben. Wir würden gerne wissen, was Sie wirklich machen!

 

Ich fang mal morgens an. Wenn ich am Montagmorgen ins Rathaus komme, treffe ich viele verantwortliche Mitarbeiter, z.B. den, der für die Steuern verantwortlich ist. Dann ist da noch eine junge Frau dabei, die sich um die Angelegenheiten von Kindern kümmert. Sie kümmert sich aber auch um Menschen, die geflohen sind und um städtische Jugendeinrichtungen. Eine weitere Mitarbeiterin kümmert sich um das Rathaus, wenn da mal im Gebäude was nicht in Ordnung ist. Ich habe noch einen Mitarbeiter, der kümmert sich um alles, was so in Altena gebaut wird, z.B. um den Erlebnisaufzug oder die neue Brücke über die Lenne. Dann gibt es einen Mitarbeiter, der sich um die Knöllchen, die Feuerwehr und den Krankenbereich kümmert. Montags sieht es also so aus, dass ich mich mit ihnen zusammensetze und bespreche, was anliegt und was in ihren Bereichen so passiert. Dann tauschen wir uns aus und diskutieren und sind manchmal auch ganz unterschiedlicher Meinung. Das ist ja auch normal, aber dann muss man einen gemeinsamen Weg finden. Dann habe ich meist eine Stunde Zeit am Schreibtisch und kümmere mich um die Post oder E-Mails und bearbeite sie. Die Antworten diktiere ich oder schreibe sie auch selbst. Das ist unterschiedlich. Heute war ich um 11 Uhr bei einem Ehepaar zum Gratulieren, die seit 65 Jahren verheiratet sind. Da gehe ich dann mit einem Blumenstrauß und einer Flasche Sekt hin und gratuliere von Seiten der Stadt Altena. Nachmittags habe ich meist auch noch Termine und abends sind oft Sitzungen vom Rat oder von Ausschüssen. In den Ausschüssen sind auch Bürger aus der Stadt, die dann bei wichtigen Themen mitentscheiden können. Dann endet der Arbeitstag so gegen 19 oder 19.30 Uhr für mich. Das wäre so ein typischer Arbeitstag. Manchmal kommen auch Mitarbeiter mit ihren Sorgen zu mir und dann versuche ich natürlich auch, ihnen mit Gesprächen zu helfen oder ich weiß, dass der Mitarbeiter gerade nicht sehr belastbar ist.   

Haben Sie Zeit für Ihre Familie und Freunde?

Die ehrliche Antwort ist: zu wenig! Eine Sache an meinem Beruf ist, dass es viele Termine am Wochenende gibt. Für eine Familie ist das oft blöd. Besonders wenn die Kinder klein sind. Mittlerweile sind meine Kinder schon groß und studieren und meine Frau erträgt das gut, wenn ich mal für eine Stunde weg bin und trägt das auch alles mit. Und Freundschaften muss man pflegen. Das kennt ihr vielleicht auch. Wenn du für einen Freund oder Freundin eine Zeit lang keine Zeit mehr hast, dann geht das eine Weile so. Aber irgendwann sagt dann der Freund: Weißt du was? Du hast schon wieder keine Zeit, das finde ich blöd. Und wenn man dann nicht reagiert, geht die Freundschaft irgendwann den Bach runter. Ich habe wenige echte Freundschaften. Aber die, die ich habe, sind gut. Ich habe nur ein paar Menschen um mich herum, für die ich mir Zeit nehme, um mich intensiv um sie zu kümmern. Ich kenne sehr viele Menschen und bin auch mit vielen befreundet, aber echte, enge Freundschaften habe ich nur wenige.

 

 

 

Was ist Ihre schönste Kindheitserinnerung?

Meine schönste Kindheitserinnerung passt gut zur Jahreszeit. Da war ich 6 oder 7 Jahre alt. Es war zur Weihnachtszeit. Wir waren drei Kinder zuhause, ich habe noch einen jüngeren Bruder und eine jüngere Schwester. Und es gab an Weihnachten Geschenke. Meine Geschwister bekamen tolle Sachen und ich bekam nur kleine Geschenke – winzig kleine Geschenke! Ich war sehr traurig und meine Mutter neckte mich noch ein bisschen und sagte: Tja, Andreas, da musst du wohl nicht so brav gewesen sein!

Ich bin dann weinend raus gelaufen und meine Eltern kamen kurze Zeit später nach und führten mich ins Nebenzimmer. Dort stand auf einem Tisch eine Märklin Eisenbahn! Mit einer richtigen Landschaft mit Bergen. Ich habe mich sehr gefreut. Das war also erst eine Enttäuschung und dann richtig große Freude. Es gab in meiner Kindheit noch viele andere schöne Erlebnisse, aber das ist sicher eines der schönsten.

 

Hatten Sie früher ein Haustier?

Ich hatte viele Haustiere. Ich habe angefangen mit einem Hamster, aber ich hatte kein Glück mit ihm. Er mit mir leider auch nicht. Ich habe mich sehr liebevoll um den Hamster gekümmert, er war mein ein und alles. Ich hatte ihn auch schon ca. einige Monate, als ich ihm einmal Milch gegeben habe, weil ich gehört habe, dass Hamster gerne Milch trinken. Allerdings habe ich ihm Kondensmilch gegeben und ich wusste nicht, dass Hamster diese nicht trinken dürfen. Das war nicht gut für den Hamster und er ist dann leider verstorben. Ich war dann sehr traurig und wollte eine lange Zeit kein Haustier mehr haben. Dann sind wir umgezogen in die Kirchstraße, dort wo heute das Eiscafe´ ist. Wir hatten damals ein Spielzeugeschäft und haben darüber gewohnt. Ich wollte damals wieder gerne ein Haustier haben. Meine Eltern wollten das damals nicht, was ich heute gut verstehe, denn wir hatten den Umbau und den Laden und viel zu tun. Dann habe ich mir in der Tierhandlung von Frau Fuchs kleine Fische gekauft, Guppies. Von meinem Taschengeld habe ich mir ein Plastikbecken gekauft. Und weil ich der Meinung war, dass meine Eltern das auch nicht unbedingt wissen mussten, denn sie wollten ja auch keine Haustiere, habe ich das Becken heimlich in meinen Kleiderschrank gestellt. Da war ich dann nicht ganz so erfolgreich in der Zucht der Tiere. Kurz danach durfte ich mit Einverständnis meiner Eltern kleine Schildkröten haben. Zwischendurch habe ich mich auch um Hühner gekümmert. Ein Nachbar in der Wixbergstraße hatte Hühner, das fand ich sehr spannend und war häufig bei ihm und habe ihm geholfen. Er starb leider sehr früh und hat in sein Testament geschrieben: Andreas bekommt die Hühner! Dann bin ich jeden Abend rüber gegangen und habe mich um die Hühner gekümmert. Da kam auch mal ein Marder und hat ein Huhn geholt oder Greifvögel. Später haben sich dann noch Nachbarn um die restlichen Hühner gekümmert. Ich habe die Hühner dann noch manchmal besucht, war aber auch froh, dass ich mich nicht mehr um sie kümmern musste. Später habe ich endlich einen Hund bekommen. Da bin ich sitzen geblieben in der 6. Klasse. Ich war sehr faul zu der Zeit und hab mich nicht sehr um die Schule gekümmert. Meine Eltern haben mir dann eine Standpauke gehalten und ich hab mich dann wieder mehr angestrengt und meine Noten wurden wieder besser. Keiner hat richtig geglaubt, dass ich es noch schaffe. Ich habe es so gerade eben geschafft. In der letzten Mathearbeit musste ich eine 3- schreiben, aber ich schrieb eine 4+. Da hat der Lehrer damals gesagt: Andres kriegt aber noch eine 4-.Die Lehrer haben zusammen gesessen und gesagt, dass ich überall besser geworden bin und dann hat der Mathelehrer mir doch die 5 gegeben. Da war ich sehr traurig und hab sehr geweint und war auch sehr sauer. Ich wollte nicht mehr zum Gymnasium gehen. Ein anderer Lehrer hat mich dann zweimal besucht und hat mit mir Eis gegessen. Er hat mich überredet auf der Schule zu bleiben. Und meine Eltern wollten mich auch aufheitern und haben mir einen Boxer geschenkt. Hunde mag ich sehr!

Viele Kinder unserer Schule wünschen sich die Schaukel wieder. Können Sie dafür sorgen, dass sie wiederkommt?

Das weiß ich nicht, ob ich dafür sorgen kann. Da muss ich noch mit eurem Schulleiter sprechen und hören, warum sie weggekommen ist. Oft liegt es an dem Bodenbelag, dem Fallschutz. Ich kann in jedem Fall noch mal nachfragen und mich erkundigen.

 

Welche ist Ihre Lieblingseissorte?

Lieblingseissorte! (überlegt länger und schmunzelt über die Frage)

Ich habe ja schon viele Fragen von Journalisten gestellt bekommen Aber Lieblingseissorte!

Im Sommer ist das einfach, da esse ich gerne in der Stadt bei Paolo Zitroneneis.

Im Winter ist esse ich lieber Stracciatellaeis.

Das exotischste Eis, das ich mal gegessen habe, war Meersalz-Karamell. Sehr interessant!

 

 

Sind Sie ein Kunstliebhaber? Sammeln Sie Bilder oder hören Sie gerne Musik?

Ich schau mir schon mal gerne Kunst an, bin aber niemand, der in anderen Städten durch Ausstellungen läuft. Das mache ich auch hin und wieder, aber ich schaue mir auch gerne die Architektur in anderen Städten an. In Altena bin ich der Vorsitzende eines Kunst- und Kulturvereins, also habe ich schon ein bisschen mit dem Thema zu tun. Ich mag aber auch Musik und Schauspiel.

1992 war ich in Litauen und aus der Zeit habe ich noch 1-2 Gemälde zuhause, die hängen immer noch.

 

Wir finden es wichtig, die Natur zu schützen.Tun Sie etwas für den Umweltschutz?

Ich tue schon einiges, aber sicher nicht genug. Wie jeder trenne ich natürlich meinen Müll und versuche Energie zu sparen. Dafür habe ich auch Fenster in meinem Haus ausgetauscht, die Decken dämmen lassen und die Heizungsanlage ausgetauscht.

Ich gehe meistens zu Fuß zur Arbeit ins Rathaus und versuche viele Wege z.B. nach Berlin auch mit der Bahn zurück zu legen. Hier in Altena benötige ich schon öfter das Auto, da fahre ich aber ein kleines, energiesparendes Auto. Also alles in allem mache ich vermutlich so viel wie andere auch. Bestimmt kann man noch mehr tun. Da bin ich sicherlich kein Vorbild.

 

Zum Abschluss möchten wir Ihnen sagen, dass wir viele neue Freundschaften mit Kindern schließen konnten, die zu uns geflüchtet sind. Wir sind sehr froh, dass sie bei uns sind

 

Das bin ich auch. Ich finde schön, dass ihr das so feststellt, weil ich das für mich auch feststellen kann. Da gibt es ganz tolle Menschen, aber wie bei allen Menschen, gibt es auch welche, die geflüchtet sind und Stinkstiefel sind und genau so gibt es ganz normale Altenaer, die hier geboren sind und Stinkstiefel sind.  Menschen sind Menschen. Es gibt viele unterschiedliche und alle müssen miteinander klar kommen. Das kennt ihr aus der Schule auch. Ich glaube, jeder Mensch ist gleich viel wert, egal woher er kommt. Ihr werdet auch größer und macht die Erfahrung, dass sich das Leben verändert. Es ist wichtig, dass man zu sich selbst steht. Und dass man das, was man macht, einigermaßen vor sich selbst verantworten kann. Jeder macht Fehler, logisch – aber die sollten nicht so groß sein, dass man andere verletzt.

 

Ich sage euch noch zum Schluss, dass ich heute früh schon Interviewfragen beantworten musste, die wesentlich langweiliger waren als eure Fragen. Das waren wirklich sehr fantasiereiche Fragen, die mir sonst nicht so gestellt werden. Das hat mir Spaß gemacht! Allein mir klar zu werden, welches Eis ich mag! Die Antwort fiel mir gar nicht so leicht.

Danke für das Gespräch! Wir haben uns sehr über Ihren Besuch gefreut!

 

 

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